Archive für November 2007

Michael Gumhold

Heute am Abend findet in der Neuen Gallerie in Graz die Eröffnung einer neuen Ausstellung statt. Unter den Künstlern die ihre Werke präsentieren findet sich auch ein echter Weststeierer: Michael Gumhold!
Zudem ist der junge Mann ein sehr alter Freund meinerseits, habe ich doch nebem ihm die Schulbanken der Volksschule Voitsberg und des Gymnasiums in Köflach gedrückt. Während meine Wenigkeit nach wie vor in der Heimat sein Unwesen treibt, hat des Michael nach Wien und sogar Chicago verschlagen. Ein paar Werke des als Bildhauers ausgebildeten Künstlers gibt’s eben ab heute in Graz zu sehen!

Näheres zur Ausstellung gibt’s hier:
http://www.neuegalerie.at

Ein bisschen zur Vita von Michael Gumhold gibt’s hier:
http://www.kulturserver-graz.at/v/gumhold.html

Der Klugscheisser XIV - Napolen (k)ein französischer Held

Heute widmet sich der Klugscheisser wieder einem “historischen” Irrglauben und wird den geneigten Leser wieder auf den leuchtenden Pfad der (richtigen) Erkenntnis führen.

Napoleon Bonaparte gilt heute jedem Franzosen als Nationalheld und wird quasi wie ein Heiliger verehrt. Die wenigsten wissen aber dabei, dass Napoleon keineswegs der französische Patriot war, als der er sich später ausgab.
Napoleon selbst sah sich vor allem als Korse.  Zeit seines Lebens sprach der große Kaiser der Franzosen ein eher “holpriges” Französisch, kein Wunder da er doch mit Italienisch aufgewachsen war. Das alles wäre ja nicht so besonders, gäbe es nicht einen ganz dunklen Fleck in seiner Vergangeneheit.
1789 als die französische Revolution ausbrach,  erkannte der junge Napoleon seine Chance und ging sofort nach Paris. Falsch, er ging zurück nach Korsika! Denn die Chance die er sah, war die Verwirklichung eines Kindheitstraumes: die Unabhängigkeit von Korsika. Napoleon und sein Bruder starteten sofort entsprechende politische Aktivitäten. Um für einen Unabhängigkeitskampf Truppen in der Hand zu haben wurde Napoleon sogar Oberstleutnant der korsischen Nationalgarde (zur selben Zeit war er gerade mal Leutnant der französischen Armee).
Der Traum war aber bald ausgeträumt, auch Aufgrund interner Querelen der korsischen Führer. Die Agitation des französischen Offiziers blieb auch den französischen Heeresbehörden nicht verborgen (vor allem als es auf Korsika zu Auchreitungen kam in die auch Napoleons Nationalgarde verwickelt war) und diese beschlossen konsequenterweise den im Endeffekt hochverräterischen Offizier desewegen aus der Armee zu entlassen.
Damit wäre Napoleons Karriere zuende gewesen bevor sie begonnen hatte, aber hier kam dem korsischen Unabhängigkeitskämpfer die Revolution zu Hilfe.
Als er nach Scheitern seiner Bemühungen auf Korsika nach Paris zurückkehrte umd um Wiederaufnahme in die Armee bat, wurde ihm diese trotz der Vorfälle nicht nur gewährt, er wurde auch gleich zum Hauptmann befördert. Dies war wohl nur darauf zurück zuführen, dass Offiziere Mangelware waren (die adligen waren ja zu nicht geringem Anteil einen Kopf kürzer gemacht worden)  und Kriege in der Luft lagen.
So kam es also dazu, dass ein Hochverräter Jahre später französischer Kaiser werden konnte…..

Der Klugscheisser XIII - Die Todgeweihten grüßen (nicht)

Heute will der Klugscheisser mal mit einem populären Irrtum aufräumen, der nach wie vor von so manchen Lateinlehrer verzapft wird. Wie auch in Asterix geschildert, will man uns glauben machen, die Gladiatoren im alten ROM hätten den Kasier jedesmal mit “morituri te salutant” (die Todgeweihten grüßen dich) gegrüßt.
Historisch ist es aber so, dass  dieser Satz für genau EINE historische Begebenheit nachgewiesen ist. Diese ist einem Bericht des römischen Historikers Sueton (Claudius 21) entnommen,  wo er von einem zum Tode Verurteilten vor einem Schaukampf verwendet wurde. Keine Rede davon, das dies bei regulären Gladiotorenkämpfen der Fall war.

Dieser populäre Bericht und das schaurige, schöne Bild der Gladiatoren die diese schicksalsschweren Worte ihrem Imperator entgegenschleudern hat sich tief in das Bewußtsein eingegraben.
Die Wirklichkeit wird wohl eher anders ausgesehen haben, möglicherwiese wurde gar nicht gegrüßt sondern gleich mit dem Abschlachten begonnen….

Fernsehen bildet

…wenn man nicht gerade ORF laufen hat. Heute vormittag hab ich eine sehr gute Doku über die britische Armee in Afghanistan auf BBC WORLD gesehen. Ein BBC Team begleitete ein Battalion der britischen Grenadier Guards über einige Woche im Einsatz. Faszinierend und bedrückend zu gleich zu sehen, das Menschen dort in einem bitteren Kleinkampf ihr Leben lassen. Zu Wort kamen sowohl Einheimische (darunter Leute deren Angehörige bei allierten Luftangriffen ums Leben kamen), britische Soldaten und auch afghanische Offizielle.
Eine düstere Prognose eines Militärexperten lautete, das sich dieser Konflikt noch 30 Jahre so hinziehen könne. Dazu noch das Problem mit den Opiumbauern…

Auf jeden Fall würde ich jedem mit Satelittenfernsehen ausgestatteten, mündigen Bürger raten auch mal Kanäle wie BBC World, CNN, Russia ToDay oder auch Aljazeera English zu gucken, anstatt sich von ORF,RTL, SAT1 oder PRO SIEBEN zumüllen zu lassen!

Osim

Leider ging gestern eine schlechte Nachricht aus Asien durch die Medien. Ivan Osim; legendärer Trainer, Philosoph und Fussballprofessor; erlitt einen Schlaganfall. Sein Zustand ist kritisch, er ist nicht bei Bewußtsein und Herzprobleme erschweren eine Gesundung.

Es bleibt nur Ivan Osim für dieses “entscheidene Spiel” alles gute zu wünschen. Unvorstellbar wenn der Fussball eine Figur wie ihn verlieren würde…

Kultur oder Fussball ?

Vor dieser schwierigen Frage stand ich diesen Dienstag. Um 19 Uhr fand im Grazer Stadmuseum ein interessanter Vortrag zum Thema  “Denunziation in der Steiermark während der NS-Zeit” statt, zur gleiche Zeit aber traten die Sturm Amateure in Kumberg gegen Beliburg an.
Was tun?

Wie immer fiel die Entscheidung letztlich zu Gunsten der Schwarz-Weissen.. dennoch tut’s mir leid den Vortrag verpasst zu haben. Ich möchte aber alle Leser auf den Verein CLIO hinweisen, der in Graz immer wieder solch interessante Vorträge organisiert:
http://www.clio-graz.net/

Der Klugscheisser XII - Holland oder Niederlande ?

Beim Inspizieren der weiblichen Fussballerinnen beim (Damen) Ländermatch Deutschland gegen Holland am Mittwoch, tauchte spontan die Frage auf, was den nun die richtige Bezeichnung für die lustigen Holzpantoffelträger sei: Holland oder Niederlande ?  Einmal mehr lüftet der Klugscheisser das Geheimnis:

Die “richtige” Bezeichnung ist auf alle Fälle NIEDERLANDE. Auch da muss man aufpassen, weil Niederlande selbst nur den europäischen Teil bezeichnet, das Königreich der Niederlande aber ebenso die Niederländischen Antillen und die Insel Aruba beeinhält.
Holland selbst ist ein Teil der Niederlande, der im Westen von der Nordsee und im Osten von der IJsselmeer begrenzt wird. Das aus der Grafschaft Holland entstandene Gebiet mit den wichtigen Städten Den Haag, Rotterdam und Amsterdam entwickelte sich schnell zur bedeutensten Provinz der im 16. Jhd entstandenen Republik der Sieben Vereinigten Niederlande. Zu dieser Zeit wurde auch schon im deutschen und englischen Sprachgebrauch Holland als Synonym für die Niederlande verwendet. In den 70er und 80er Jahren wurde das dann noch durch eine intensive Werbekampagne für Agrarprodukte aus Holland verstärkt. Man versuchte durch das Prädikat “Made in Holland” gegen das negative Image niederländischer Treibhausprodukte anzukämpfen.
In den den Niederlanden selbst wird “Holland” als Synonym weniger häufig verwendet, während uns der Unterschied kaum geläufig ist und “Holland” als pars pro toto für die gesamten Niederlande steht!

Karawane

Wer sich heute zwischen 13:45 und 15:45 auf den Weg über die Pack nach Kärnten macht, der wird wohl auf eine neuzeitliche Karawane der besonderen Art treffen. Über 50 Autobusse voll besetzt mit schwarz-weissen Schlachtenbummlern, werden heute über die A2 nach Klagefurt rollen, denn der SK Sturm tritt auf den Retortenklub Austria Kärnten.

Wenn man davon ausgeht,d ass ein durschnittlicher Bus 14m lang ist und ein Abstand von 100 m zwischen jedem Bus notwendig ist, dann dürfte die Karawane eine Länge von fast 6km haben. Bleibt nur zu hoffen, dass kein osteuropäischer LKW Lenker am 2-spurigen Packabschnitt versucht mit einem Geschwindigkeitsüberschuss von 2 km/h die Kolonne zu überholen ;)

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